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Familie: von der Schönheit eines Ideals

Im Zuge von Forschungsarbeiten zur Erfassung von Faktoren, die mittel- und längerfristig die wirtschaftliche Entwicklung von Ländern bestimmen, erkannten wir (siehe „Konturen einer Wende“) in den siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts: Die Qualität der familiären Beziehungen in einer Gesellschaft ist von entscheidender Bedeutung für deren materiellen Wohlstand. Je besser das traditionelle Familienmodell in einem Land verwirklicht wird, umso größer die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit eine Generation später ... [mehr]

Christoph Gaspari
 

Bindung und kindliche Entwicklung

Das neugeborene Kind ist eine physiologische Frühgeburt. Sein Verhalten wird wesentlich vom Mittelhirn, dem limbischen System, dem Sitz der Gefühle, gesteuert. Sein Verhalten und sein Befinden werden nicht nur von Innen sondern wesentlich von seinen bemutternden Personen organisiert, d.h. diese Personen deuten seine Äußerungen - seine Signale - als seine „Sprache“ und reagieren mehr oder weniger feinfühlig darauf. So entwickelt sich eine individuelle Bindung an sie. Sie sind für das Kind einmalig und nicht austauschbar ... [mehr]

Karin Grossmann
 

Spiritualität der Bindung

Die Bindung an einen anderen Menschen hat für gläubige Menschen auch (oder vielleicht sogar speziell) eine religiöse und spirituelle Bedeutung. Das Ja-Wort bekommt dadurch eine weitere Dimension, weil aus dem Bund zweier Menschen Gott als dritter in diesen Bund hineingenommen wird. Die Verantwortung, die zwei Menschen füreinander übernehmen, bekommt eine eschatologische Bedeutung. Die Sakramentalität, die die Ehe dadurch erfährt, führt auch zu einer Entlastung, weil das Gelingen einer Ehe nicht mehr nur alleine von den Eheleuten abhängt, sondern eine Hilfe - religiös gesprochen – eine Heiligung und Stütze durch die Gnade erfährt ... [mehr]

Helmut Prader
 

Psychopathologie der Familie: aus dem Alltag eines Psychiaters

Psychische Störungen kann man nach ihrer Ursache grob in endogene (d.h. durch den Gehirnstoffwechsel ausgelöste), reaktive (d.h. durch Traumata) und neurotische (d.h. durch angstvollen Kreisen um sich selbst) Krankheiten einteilen. Bei allen dreien steigert die Einbeziehung der Familie in den Therapieprozess die Effektivität der Therapie, weil Menschen keine Monaden sind sondern in einem engen oder weiteren Beziehungsnetz leben. Oft ist eine endogene Störung erblich, eine reaktive Störung allen gemeinsam oder eine neurotische Störung (etwa Angst) in der Familie ... [mehr]

Raphael M. Bonelli
 

Familie als Ressource: Humanvermögen & Daseinskompetenz

Nach dem bekannten Diktum von Böckenförde lebt der Staat von Voraussetzungen, die er nicht geschaffen hat. Das sind zum Beispiel die soziale Kompetenz, der Gemeinsinn, Toleranz, Ehrlichkeit, Hilfsbereitschaft, Treue, Verantwortung, die Lernfähigkeit, die emotionale Intelligenz und viele andere Tugenden und Fähigkeiten mehr. Es sind, grosso modo, das Humanvermögen und die Daseinskompetenzen. Die meisten dieser Voraussetzungen werden in der Familie geschaffen. Die Familie ist der gesunde Nährboden für die Sozialisierung der Person, das geistige Umfeld für das Hineinwachsen in die Gesellschaft ... [mehr]

Jürgen Liminski
 

Herkunft bleibt Zukunft. Nachdenken über das ältere Du

Die Moderne versteht menschliches Dasein meist isoliert als Ich-Identität. Die tiefere kulturelle Fassung weiß jedoch von einer vorgängigen Wir-Identität: vom tragenden Netz der Herkunft und vom Mitgenommenwerden in eine gemeinsame Zukunft. Welcher Kraft beraubt man sich, wenn man die Herkunft abschneidet? Leben zehrt grundsätzlich von anderer Lebendigkeit. Am Grund unseres Daseins ist ein älteres Du freizulegen, das uns ebenso bestimmend wie selbstvergessen begleitet - schicksalhaft, aber auch beglückend ... [mehr]

Hanna Barbara Gerl-Falkovitz