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Familie: von der Schönheit eines Ideals

Im Zuge von Forschungsarbeiten zur Erfassung von Faktoren, die mittel- und längerfristig die wirtschaftliche Entwicklung von Ländern bestimmen, erkannten wir (siehe „Konturen einer Wende“) in den siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts: Die Qualität der familiären Beziehungen in einer Gesellschaft ist von entscheidender Bedeutung für deren materiellen Wohlstand. Je besser das traditionelle Familienmodell in einem Land verwirklicht wird, umso größer die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit eine Generation später. Der enorme Wirtschaftsboom der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts in den westlichen Ländern ist nicht zuletzt der vergleichsweise stabilen Familiensituation dieser Länder in den beiden Nachkriegsdekaden zu verdanken. Sie brachte einen motivierten, belastbaren, initiativen Menschentypus hervor, der für den Aufbau und die Aufrechterhaltung eines komplexen Wirtschaftssystems erforderlich ist.

Der so erwirtschaftete Wohlstand jedoch begünstigt Haltungen, die das familiäre Zusammenleben schädigen. Er fordert nämlich Flexibilität, außerhäusliches Engagement, Mobilität, fördert das Konsum- und Konkurrenzdenken… Er tendiert dazu, die Basis, auf der er entstanden ist, zu untergraben. Spätestens seit den neunziger Jahren des vorigen Jahrhunderts ist die westliche Welt von Auflösungserscheinungen im Bereich Familie gezeichnet: stark sinkende Heiratsbereitschaft, Anstieg der Scheidungsziffern, stark fallende Geburtenzahlen… Der von Konrad Adenauer kolportierte Satz: „Kinder bekommen die Menschen immer“ erweist sich als Irrtum. Die Mehr-Kind-Familie ist zum erstaunt betrachteten Kuriosum geworden.

Obwohl Familie immer noch bei allen Umfragen als die wichtigste Ressource für ein erfülltes Leben genannt wird, erscheint sie mehr und mehr Menschen heute eher als kaum erreichbares Lebensmodell einer vergangen Zeit.

Auf diesem Hintergrund gilt es, Mut zur Familie zu machen. Denn sie ist der entscheidende Ort der Persönlichkeitsbildung. In ihr kann der Mensch die Erfahrung machen, unbedingt, um seiner selbst willen angenommen, also geliebt zu sein. Damit Menschen auch heute Mut fassen, sich auf dieses – durchaus auch schwierige – Abenteuer einzulassen, bedürfen sie positiver Vorbilder, des Beispiels von Menschen, die die Schönheit dieses Ideals konkret durch ihr Leben bekunden. Wie das im heutigen Alltag gelingen kann, dazu will der Vortrag Ansätze bieten.

09:15 - 10:00

Christof Gaspari

Christof Gaspari

 
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